Kaninchen in Urlaubsbetreuung geben

Kaninchen in Urlaubsbetreuung geben: Was eine gute Kaninchenpension wirklich ausmacht

Urlaub gebucht. Koffer gepackt. Reisepass gesucht. Reisepass wiedergefunden.

Und dann sitzen da zwei Kaninchen und gucken einen an, als hätten sie gerade erfahren, dass die Geschäftsführung ohne vorherige Genehmigung das Land verlassen möchte.

Spätestens jetzt stellt sich die Frage:

Wohin mit meinen Kaninchen im Urlaub?

Bei Hund und Katze findet man gefühlt an jeder zweiten Ecke eine Tierpension. Bei Kaninchen sieht die Sache schon etwas anders aus. Denn Kaninchen einfach irgendwo unterzubringen, wo morgens Heu nachgelegt und abends einmal freundlich „Na ihr?“ gesagt wird, ist zwar eine Betreuung.

Eine gute Kaninchenbetreuung ist es aber noch lange nicht.

Kaninchen sind ziemlich spezielle kleine Mitbewohner. Sie verstecken Erkrankungen teilweise erstaunlich lange, ihre Verdauung ist empfindlich und schon kleine Veränderungen im Verhalten können darauf hinweisen, dass etwas nicht stimmt.

Deshalb lohnt es sich, bei der Auswahl einer Kaninchenpension etwas genauer hinzuschauen.

Eine Kaninchenpension sollte Kaninchen auch wirklich kennen

Klingt selbstverständlich.

Ist es leider nicht immer.

Kaninchen sind keine kleinen Hunde und auch keine Meerschweinchen mit langen Ohren. Sie haben ganz eigene Bedürfnisse, sowohl bei der Haltung und Ernährung als auch bei der gesundheitlichen Beobachtung.

Frisst ein Hund morgens sein Frühstück nicht, kann man zunächst denken: Na gut, vielleicht später.

Bei einem Kaninchen gehört Fressunlust dagegen zu den Dingen, bei denen bei mir ziemlich schnell sämtliche inneren Warnlampen angehen.

Denn gerade Veränderungen bei:

  • Fressverhalten

  • Kotabsatz

  • Aktivität

  • Körperhaltung

  • Atmung

  • Augen und Nase

  • Bauch

  • Bewegungsablauf

können wichtige Hinweise darauf sein, dass etwas nicht stimmt.

Eine gute Betreuung bedeutet deshalb nicht nur, Futter hinzustellen.

Sie bedeutet beobachten.

Und zwar jeden Tag.

Genug Platz statt Urlaubs-Knast

Kaninchen brauchen Bewegung.

Auch im Urlaub.

Ein kleiner Käfig oder eine Box ist deshalb für mich keine vernünftige Unterbringung für mehrere Tage oder sogar Wochen.

Die Tiere sollten laufen, springen, sich lang ausstrecken, erhöhte Plätze nutzen, sich zurückziehen und sich auch einmal gegenseitig aus dem Weg gehen können.

Gerade bei längeren Aufenthalten ist das wichtig.

Im Möhrchenhotel leben unsere Gäste deshalb in unterschiedlichen, großzügigen Gehegen mit Rückzugsmöglichkeiten, Verstecken und Beschäftigung.

Je nach Gehege gibt es beispielsweise Schutzbereiche, Häuschen, Ebenen oder andere Möglichkeiten, sich zurückzuziehen und die Umgebung zu beobachten.

Denn selbstverständlich muss man auch im Urlaub gelegentlich auf einem Häuschen sitzen und so tun, als gehöre einem das Grundstück.

Fremde Kaninchen gehören nicht einfach zusammen

Ein Punkt, der mir besonders wichtig ist:

Unsere Gästegruppen werden nicht einfach miteinander vergesellschaftet.

Nur weil zwei Kaninchen nett aussehen, heißt das nicht, dass sie spontan gemeinsam Urlaub machen möchten.

Eine Vergesellschaftung bedeutet Stress, kann zu Verletzungen führen und sollte nicht für einen zeitlich begrenzten Pensionsaufenthalt durchgeführt werden.

Bei uns bleibt deshalb jede bestehende Gruppe unter sich.

Die gewohnte Partnerschaft bleibt bestehen und fremde Tiere werden nicht einfach dazugesetzt.

Kaninchen-Speed-Dating gibt es im Möhrchenhotel also nicht. 😉

Futter ist ein ziemlich großes Thema

Und mit „ziemlich groß“ meine ich:

Ich stehe regelmäßig mit Einkaufswagen voller Salat, Kräuter, Petersilie und Dill an der Kasse und werde gefragt, ob ich eine Großfamilie ernähre.

Fast.

Nur mit mehr Ohren.

Eine gute Kaninchenpension sollte wissen, wie wichtig eine artgerechte Fütterung ist.

Heu sollte selbstverständlich ständig zur Verfügung stehen. Dazu kommt geeignetes Frischfutter und natürlich frisches Wasser.

Mindestens genauso wichtig ist aber, dass die Betreuung weiß, was das einzelne Tier gewohnt ist.

Ein plötzlicher Futterwechsel mitten im Urlaub ist keine besonders gute Idee. Deshalb gehören Fütterungsgewohnheiten für mich zu den Informationen, die vor dem Aufenthalt besprochen werden sollten.

Hat ein Tier Unverträglichkeiten?

Gibt es bestimmte Futtermittel, die es nicht bekommen darf?

Braucht es etwas Besonderes?

All das gehört auf den Tisch, bevor Herr Mümmel seine Ferienwohnung bezieht.

Hygiene: leider weniger niedlich, aber verdammt wichtig

Jetzt kommen wir zu dem Teil, der auf Instagram vermutlich weniger Likes bekommt:

Desinfektion. Reinigung. Wäsche. Noch mehr Reinigung.

Wo verschiedene Tiere nacheinander untergebracht werden, spielt Hygiene eine enorme Rolle.

Gehege, Näpfe, Toiletten, Unterlagen und Einrichtungsgegenstände müssen entsprechend gereinigt werden. Dabei geht es unter anderem darum, das Risiko einer Übertragung von Parasiten und Krankheitserregern möglichst gering zu halten.

Gerade deshalb sind auch ausreichende Zeiten zwischen verschiedenen Gästegruppen wichtig.

Ein Gehege ist nach einer Abreise nicht automatisch in dem Moment wieder bezugsfertig, in dem das letzte Kaninchen seinen Hintern durch die Tür bewegt hat.

Da kommt erst noch jemand mit Reinigungsmitteln.

Ich.

Hallo. 👋

Der Gesundheitszustand sollte bei der Anreise angeschaut werden

Ich finde es sinnvoll, Tiere bei der Aufnahme nicht einfach nur entgegenzunehmen und direkt ins Gehege zu setzen.

Bei uns gehört deshalb ein Check-in dazu.

Dabei schauen wir uns den allgemeinen Zustand der Tiere an und achten beispielsweise auf Auffälligkeiten an Augen, Nase, Ohren, Fell oder Krallen sowie auf den allgemeinen Pflegezustand.

Das hat gleich mehrere Vorteile.

Zum einen bekommen wir einen Eindruck davon, wie das Tier bei uns ankommt. Zum anderen können bestehende Auffälligkeiten dokumentiert und mit den Haltern besprochen werden.

Das schützt am Ende alle Beteiligten.

Vor allem aber hilft es dabei, Veränderungen während des Aufenthalts besser zu erkennen.

Medikamente und besondere Bedürfnisse gehören vorher besprochen

Nicht jedes Kaninchen, das Urlaub bei uns macht, ist jung, gesund und der Meinung, morgens um sechs müsse man bereits Vollgas durch das Gehege ballern.

Gerade ältere Tiere haben manchmal besondere Bedürfnisse.

Manche benötigen Medikamente. Andere müssen genauer beobachtet werden oder haben bekannte Erkrankungen.

Deshalb sollte eine gute Kaninchenpension vorab wissen:

Welche Erkrankungen sind bekannt?

Welche Medikamente werden gegeben?

Wann und wie müssen sie verabreicht werden?

Gibt es Besonderheiten beim Fressen oder Verhalten?

Und natürlich muss vorher geklärt werden, ob die jeweilige Betreuung diese Versorgung leisten kann.

Lieber vorher einmal zu viel darüber gesprochen als später vor einem Kaninchen sitzen und denken:

„Interessant. Das stand jetzt wirklich nirgendwo.“

Was passiert, wenn ein Kaninchen plötzlich krank wird?

Das ist wahrscheinlich der Punkt, über den niemand gerne nachdenkt, bevor es in den Urlaub geht.

Trotzdem ist er wichtig.

Denn Kaninchen halten sich leider nicht an Reisepläne.

Eine gute Urlaubsbetreuung sollte deshalb einen klaren Ablauf für medizinische Auffälligkeiten und Notfälle haben.

Wie werden die Halter erreicht?

Welche Tierarztpraxis darf kontaktiert werden?

Was passiert, wenn die Besitzer gerade im Flugzeug sitzen oder irgendwo ohne Empfang durch die Berge stapfen?

Welche Behandlungen dürfen im Notfall veranlasst werden?

Solche Dinge sollten vorher geklärt sein.

Wenn wirklich etwas passiert, möchte niemand erst anfangen, Telefonnummern, Vollmachten und Tierarztdaten zusammenzusuchen.

Impfungen und Parasiten sind kein Nebenthema

Auch der Impfstatus gehört für mich zu einer verantwortungsvollen Unterbringung.

Gerade wenn an einem Ort regelmäßig unterschiedliche Kaninchen zu Gast sind, muss der Infektionsschutz ernst genommen werden.

Dasselbe gilt für Parasiten.

Haarlinge, Milben und andere kleine Mitreisende haben nämlich leider keinen Respekt vor Buchungsbedingungen und zahlen auch keinen Aufpreis.

Wer vor dem Urlaub Auffälligkeiten am Fell, starken Juckreiz, Schuppen oder kahle Stellen bemerkt, sollte diese deshalb unbedingt vorher abklären lassen und die Pension informieren.

Schaut euch die Pension vorher an

Wenn möglich, schaut euch eine Kaninchenpension vor der ersten Buchung an oder informiert euch ausführlich über die Unterbringung.

Wie sehen die Gehege aus?

Gibt es Rückzugsmöglichkeiten?

Wie wird gefüttert?

Wie läuft die Reinigung ab?

Wie werden die Tiere kontrolliert?

Was passiert bei Erkrankungen?

Und ganz wichtig:

Habt ihr ein gutes Gefühl dabei, eure Tiere dort zu lassen?

Ihr gebt schließlich Familienmitglieder in fremde Hände.

Da darf man Fragen stellen.

Viele Fragen sogar.

Mir persönlich ist ein Halter, der mir vor der Buchung zwölf Fragen stellt, deutlich lieber als jemand, der mir an der Tür ein Kaninchen in die Hand drückt und sagt:

„Der macht eigentlich nix.“

Dieser Satz hat übrigens ungefähr dieselbe Vertrauenswürdigkeit wie „Der Hund tut nichts.“ 😅

Was ihr vor dem Urlaub vorbereiten könnt

Damit der Einzug möglichst entspannt läuft, solltet ihr wichtige Informationen zur Hand haben.

Dazu gehören unter anderem Angaben zu:

  • Fütterung und Gewohnheiten

  • bekannten Erkrankungen

  • Medikamenten

  • Unverträglichkeiten

  • Impfstatus

  • behandelnder Tierarztpraxis

  • erreichbaren Kontaktpersonen

  • Besonderheiten im Verhalten

Auch kleine Dinge können hilfreich sein.

Wenn ein Kaninchen beispielsweise bestimmte Futtermittel absolut verweigert oder Medikamente ausschließlich akzeptiert, wenn gleichzeitig drei Erbsenflocken und die Seele des Besitzers geopfert werden, möchte ich das gerne vorher wissen.

Und was macht für mich eine wirklich gute Kaninchenpension aus?

Am Ende sind es nicht die hübschen Häuschen.

Nicht die Dekoration.

Und auch nicht der Name über der Eingangstür.

Es ist die Kombination aus Platz, Hygiene, guter Ernährung, Erfahrung und genauer Beobachtung.

Vor allem aber sollte jemand da sein, der die Tiere tatsächlich wahrnimmt.

Der merkt, wenn sich eines plötzlich zurückzieht.

Der weiß, welches Kaninchen normalerweise als Erstes am Futter steht.

Der sich wundert, wenn plötzlich weniger Kot im Gehege liegt.

Und der lieber einmal genauer hinschaut als einmal zu wenig.

Genau so möchte ich das Möhrchenhotel führen.

Natürlich sollen sich unsere kleinen Gäste hier wohlfühlen.

Aber ich möchte vor allem, dass ihre Menschen in den Urlaub fahren können, ohne alle 17 Minuten aufs Handy zu schauen und sich zu fragen:

„Ob die wohl gerade genug Heu haben?“

Ja.

Haben sie.

Vermutlich sitzen sie sogar gerade drin.

🥕🐰

Ihr sucht eine Kaninchenbetreuung in NRW?

Im Möhrchenhotel in Bergisch Gladbach betreuen wir Kaninchen und Meerschweinchen während Urlaub, Reisen oder anderen Abwesenheiten ihrer Halter.

Unsere Gäste wohnen in verschiedenen Gehegen und werden individuell nach ihren Bedürfnissen versorgt.

Wenn ihr wissen möchtet, wie die Unterbringung aussieht, könnt ihr euch unsere Gehege ansehen oder euch über Preise und Leistungen informieren.

Und wenn noch Fragen offen sind: Fragt.

Auch zwölf.

Ich verkrafte das. 😉